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Handbuch Grenzforschung

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Seed Money-Förderung im Rahmen der Forschungsgruppe "Border and Boundary Studies")
2017 bis 2020

Grenzforschung ist mittlerweile zu einem interdisziplinären Forschungsfeld geworden, das nicht mehr ausschließlich in den Geschichtswissenschaften, der Geographie oder der Politikwissenschaft seinen Platz hat. Grenzen werden auch nicht mehr nur als politisch-territoriale Markierungen oder quasi-natürliche Phänomene verhandelt. Sie sind auch in den Kultur- und Sozialwissenschaften ein wiederkehrendes Thema und werden dabei zunehmend nicht nur als räumliche, sondern auch soziale, zeitliche und kulturelle Phänomene begriffen. Die Etablierung einer aufgefächerten wissenschaftlichen „Grenzperspektive“ fällt zusammen mit einer gegenwärtig ansteigenden gesellschaftspolitischen Brisanz der Grenzthematik: Mit den so genannten Flüchtlings- und Finanzkrisen, den Debatten um europäische Binnen- und Außengrenzen, weltweit erstarkendem Populismus sowie Prozessen des entgrenzten Globalkapitalismus und, nicht zuletzt, technologischen Innovationen im Zuge der Digitalisierung war die kontroverse Debatte um Grenzen selten so tagesaktuell wie jetzt. Dennoch bleibt eine der großen konzeptionellen und methodischen Herausforderungen dieses dynamischen und gesellschaftspolitisch brisanten Forschungsfeldes die systematische Betrachtung und umfassende Darstellung des Forschungsgebietes und -gegenstands Grenze.

Das Handbuch Grenzforschung, welches 2020 im NOMOS Verlag erscheinen wird, macht es sich zur Aufgabe, das vielfältige Sachgebiet der Grenzforschung umfassend darzustellen, die Breite der Themen und Diskurse, interdisziplinäre Perspektiven, die Vergangenheit der Forschung, den gegenwärtigen Stand und Desiderata systematisch zusammenzutragen, um eine theoretisch fundierte Diskussion zu schärfen und Querverweise möglich zu machen. So entsteht ein interdisziplinäres Grundlagenwerk, was sich sowohl an die Wissenschaft als auch an die intellektuell interessierte Öffentlichkeit richtet – ein fundierter Begleiter für gegenwärtige und zukünftige Debatten über Grenzen.

Das Handbuch gliedert sich in drei große Bereiche, die sich (1.) Ansätzen und Konzepten, (2.) Phänomenen und Feldern und (3.) Desiderata und Ausblicken in der Grenzforschung widmen.

Das Herausgebendenteam widmet sich seit Jahren der Erforschung räumlicher, zeitlicher und soziokultureller Grenzen. Hannes Krämer ist seit April 2018 Professor für Kommunikation in Institutionen und Organisationen am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Duisburg-Essen. Zuvor leitete er die Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ an der Europa-Universität Viadrina und war wissenschaftlicher Koordinator des gesamtuniversitären Forschungszentrums Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION. Dominik Gerst ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Duisburg-Essen und promoviert zu „Grenzwissen im deutsch-polnischen Sicherheitsfeld“. Bis September 2018 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION in Frankfurt (Oder) und war Doktorand des Graduiertenkollegs „Grenzen in Gesprächen wahrnehmen - Grenzen diskursiv verhandeln“. Maria Klessmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION und promoviert am Lehrstuhl für Sprachgebrauch und Sprachvergleich zu Grenzziehungs- und Differenzierungsprozessen in Gesprächen. Sie ist außerdem die Koordinatorin des Publikationsprojekts für das wir Mittel des Landes Brandenburg einwerben konnten.

Erscheinungsort: Reihe "Border Studies. Cultures, Spaces, Orders", NOMOS Verlag

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